Am Samstag, den 3. Januar 2026, durften wir in der Chapel in Heidelberg ein Benefizkonzert mit dem Chor Kalyna unter der künstlerischen Leitung von Tetiana Tsikhotska veranstalten.
Der Chor gab uns mit traditionellen und modernen ukrainischen Liedern zur Weihnachtszeit einen festlichen Einblick in die Tradition der “Koliada”:
Die ukrainische religiöse Spiritualität hat das Weihnachtsfest zu einem christlichen Mysterium, zu einem Fest der moralischen und körperlichen Erneuerung gemacht. In den ukrainischen Dörfern und Städten ziehen der Tradition folgend in der Zeit zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar Gruppen von Sängern und Sängerinnen – wie bei uns die Sternsinger – von Hof zu Hof und von Haus zu Haus.

In ihren als “Koliada” bezeichneten Lieder verweben sich archaische Motive und Bilder mit biblischen Themen. Insbesondere die Melodien gehen oft auf vorchristliche mythische Gesänge zurück: Zum Jahreswechsel wurden immer schon die Heime gesegnet und die Fruchtbarkeit der Felder und der Tiere in den Ställen beschworen.
So lauschten wir im Konzert neben weihnachtlichen Gesängen, die die Ankunft von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, auf der Erde feierten, und Wiegenliedern für das Jesuskind “Mein Jesus, mein Kleiner, mein Herzchen, schlafe ein!”, einem ganz besonderen Beitrag, der Tanz und Gesang vereinte. Uns wurde erklärt, dass dort, wo die mitgeführte Ziege mit dem Huf auf den Boden klopft, die Felder besonders ertragreich sein würden:

All dies feiert die Kultur der Ukraine, all dies gibt Hoffnung für das neue Jahr!
Wir danken an dieser Stelle nochmals ausdrücklich Frau Tetiana Tsikhotska, die als ausgebildete Sängerin und Komponistin in der Ukraine Musik und Musikpädagogik studiert hat und für Ihre künstlerischen Beiträge mehrfach ausgezeichnet wurde. In den vergangenen Jahren hat sie eine umfangreiche Sammlung von Volksliedern der Dichterin Lesya Ukrainka herausgegeben. Wir danken auch den Sängerinnen des Ensembles Kalyna, das sie in Deutschland gegründet hat. Kalyna hat sich zum Ziel gesetzt, ukrainische Musik und Kultur zu fördern und bekannt zu machen.
Für die Bewirtung in der Pause gilt unser Dank Juliia und ihren Helferinnen, die uns mit ukrainischen Speisen bewirteten. Der Tradition folgend gab es Holubtsi (Kohlrouladen), Pelmeni und andere Teigtaschen, Kutia (eine Mischung aus Weizen, Mohn, Honig und Trockenfrüchten) und schließlich Usvar, ein Getränk, das aus teilweise im Rauch gedörrten Trockenfrüchten zubereitet wird.

Und wir danken schließlich dem Chapel – Raum für Stadtkultur e.V. in Heidelberg, der uns wieder den wunderbaren Saal der Chapel für das Konzert vermietet hat.



