Unser 22. Konvoi – zurück nach Medyka


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Nachdem unser 21. Transport erfolgreich abgeschlossen war, stand die 22. Fahrt direkt bevor.

Vorbereitungen

Die Vorbereitungen waren aufwendig. Die Beschaffung der 12 Fahrzeuge war eine noch nie dagewesene Aufgabe. Sie wurden nicht nur im Umkreis gesucht, gefunden, Probe gefahren und gekauft, sondern mehrere unserer Mitstreiter konnten jeweils in ihrer Region Fahrzeuge in Augenschein nehmen und kaufen. Wir danken an dieser Stelle Christian, Andreas und Fabian für ihre Mühen!

Die anschließende Logistik, rund um die Zulassungen, die Prüfung bei Roman und letztlich die Vorbereitung der Exportdokumente nahm bei Michael viel Zeit und Nerven in Anspruch. Wir haben mit unserer Organisation eine Größe erreicht, die wir uns so nie vorgestellt hatten. Wir sind froh über alle Menschen, die uns – auch hier in der Region – beim Fahrzeugvorbereiten helfen.

Mit einigen „Wehwehchen“ oder auch größeren Problemen wurden die Fahrzeuge größtenteils von Roman, unserem ukrainischen Freund und Werkstattleiter, der in seiner Freizeit unsere Fahrzeuge checkt, noch auf Vordermann gebracht.

Zwei Fahrzeuge hatten einen besonderen Beschaffungsweg:

Für die Einheit eines ehemaligen SAP Kollegen, der jetzt in den Streitkräften dient, konnte unser Kollege Oleg eine spezielle Sammlung unter Kollegen organisieren, die signifikant zur Finanzierung des Kaufpreises eines sehr guten VW Amarok beitrug.

Außerdem konnten wir zusammen mit dem Schriftsteller  Stephan Orth , der im April 2025 bei uns auf einem Konvoi mitgefahren ist, die Finanzierung für ein SUV gezielt bewerben, der von einer neu gegründeten Einheit von Psychologen mit Kriegserfahrung gebraucht wird. Diese Einheit führt Ausbildungen für Führungskräfte an der Front zum Thema mentale Gesundheit der Soldaten durch und betreut darüber hinaus auch die Truppen selbst psychologisch.

Zwei Fahrzeuge, ein VW Transporter und ein SUV, waren wieder mit Mitteln unserer Partnerorganisation 1019.ch finanziert worden – sie werden in Kyiv in Evakuierungsfahrzeuge umgebaut. Danke an Martin!

Zwei weitere Fahrzeuge wurden jeweils vollständig durch zwei sehr große private Einzelspenden finanziert.

Diesmal hatten wir auch eine enorme Menge an Krankenhausmaterial dabei: Aus mehreren Kliniken gab es Materialspenden zum Teil aus Fehlbeschaffungen, daher noch brandneu, kartonweise. Ein neuer Unterstützer, Markus, meldete sich und verbrachte zwei Tage mit Fahrten im Umkreis Rhein-Neckar-Pfalz, um die Kartons und Säcke einzusammeln und nach Walldorf zu bringen.

Wir trafen uns dann anderthalb Wochen vor Abfahrt mit Kati und weiteren Helferinnen und sortierten, verpackten und beschrifteten die Materialien in Säcken und Kartons, um sie dann in einige der Fahrzeuge zu verladen. Mit Mariia Zivert von Ukraine’s Frontline Hospitals hatten wir zuvor ausführlich telefoniert und besprochen, welche Materialien sinnvollerweise mitgenommen werden. Nova Poshta hat den kostenlosen Versand von Hilfsgüter jetzt eingeschränkt, so dass wir nur noch das einladen sollten, was zweifelsohne in den Krankenhäusern gebraucht wurde, denn wir würden den Transport von Kyiv in die Kliniken selbst zahlen müssen.

Dies beschränkte uns auf Verbrauchsmaterialien und Instrumente, die originalverpackt, steril, oder sterilisierbar waren. Dennoch war der Umfang so groß, dass wir einen gesamten Raum für das Sortieren und dann den gesamten Treppenhausbereich im Begegnungshaus für die fertig gepackten Kartons brauchten. Hinzu kamen noch gespendete Rollstühle, Gehhilfen und andere Geräte. Die von der Gemeinde der Geflüchteten gegossenen rund 350 Heizkerzen für die Kämpfer draußen in den frontnahen Stellungen, packten wir ein, nahmen sie aber jetzt im Sommer nicht mit, sondern lagerten sie für den Herbsttransport in Annette’s Garage ein. Wir beluden VW Busse, Pickups und SUVs und bereiteten uns auf die Fahrt vor.

In Summe hatten wir damit auf dieser 22. Fahrt vier VW-Transporter, fünf Pickups verschiedener Hersteller (u.a. einen Toyota Hilux, mit nur zwei Türen, aber dafür mit einem Camping Aufbau auf der Ladefläche, er wurde auf der Fahrt mitunter wegen seines Aussehens scherzhaft auch als „Raketenwerfer“ bezeichnet) und drei SUVs am Start.

Auf den letzten Metern ergab sich bei zwei Fahrzeugen noch Reparaturbedarf. Während kleine Lämpchen für Frontscheinwerfer von Roman problemlos getauscht werden konnten, bangten wir bis einen Tag vor der Abfahrt um die Fahrtüchtigkeit eines VW-Transporters mit Problemen im Turbo. Roman nahm ihn in die Mangel und konnte ihn letztlich zur Fahrt „freigeben“.

Mittwoch / Donnerstag, 10. und 11. Juni 2026

Sieben Fahrzeuge des Konvois fuhren mit Michael am Mittwoch bereits los, um die Strecke bis zur ukrainischen Grenze in zwei Tagen zu bewältigen. Sie konnten eine erste Nacht in Wrocław / Breslau verbringen und sich die Stadt wenig anschauen. Sie setzten die Fahrt am Donnerstag in Polen fort. Der VW T5 mit dem Turbo-Problem war nicht ganz „performant“, konnte aber mit etwas Mühe im Konvoi mithalten.

Die übrigen fünf Fahrzeuge starteten am frühen Donnerstagmorgen mit Annette aus den Regionen Rhein-Neckar und Rhein-Main, trafen sich dann nach der Hälfte der Deutschland-Strecke und fuhren ohne Zwischenfälle nach Polen, wo Roxana und Didi direkt hinter der Grenze zu uns stießen.

Die Weiterfahrt nach Radymno war problemlos, und dort trafen wir die Gruppe der bereits am Mittwoch aufgebrochenen Fahrzeuge. Ein Gruppenfoto mit 12 Fahrzeugen und 26 Fahrern und Fahrerinnen zu erstellen, ist herausfordernd, und so entstanden mehrere Setups

… und ein Filmchen.

Freitag, 12. Juni 2026

Am Freitagmorgen verabschiedeten wir Roland und unsere zwei ukrainischen SAP Kollegen Viktor und Roman, die die Rückreise nach Deutschland antraten. Frohen Mutes und mit dem leckeren Hotelfrühstück im Bauch brachen die übrigen 23 Leute zum Grenzübergang Korczowa-Krakovets auf. Vor uns waren unsere Freunde von der Schweizer Hilfsorganisation 1019.ch mit Niklas im Lead. Aus ihrem Dreierkonvoi wurde ein Fahrzeug von den polnischen Grenzbeamten zum Umkehren gezwungen. Ihre gespendeten Patientenliegen seien keine Hilfsgüter, und sie müssten am Grenzübergang Budomierz abgefertigt werden. Uns schwante Übles.

Michael und Eva fuhren voran, dann schlossen sich die weiteren 11 Fahrzeuge mit Annette als Schlusslicht an. Zunächst verlief die Abfertigung auf der polnischen Seite für uns glatt, die ersten zwei Fahrzeuge, von denen nur eines beladen war, schafften es auf die ukrainische Seite. Von den übrigen Fahrzeugen fuhr ein Teil in die Grenzanlagen ein, und der erste VW-Transporter mit kartonweise Krankenhausmaterialien wurde im polnischen Zoll aufgehalten. Wir hatten Andreas im vorletzten Auto, der dann nach vorne lief und auf Polnisch vermitteln wollte. Es half nicht.

Die Grenzbeamte hatte die strikte Anweisung ihres Chefs, diese Kartons nicht passieren zu lassen. Die Materialien seien „Handelsware“ und keine Hilfsgüter. An sich besagen die Regelwerke, dass man bis zu einem Wert von 1000 EUR pro Fahrzeug Hilfsgüter schlicht mündlich an der Grenze deklariert. Also brachen Andreas und Annette auf zum Behördenleiter des Grenzübergangs. Er hat sein Büro im ersten Stock des großen Grenzanlagengebäudes. Andreas kennt es schon von früheren Verhandlungen. Diesmal wurden wir von der geradezu feindseligen Einstellung des Zollchefs überrumpelt. Wir hatten die leicht verzogene Holztür noch nicht ganz mit einigem Quietschen und Holpern geöffnet, als er Andreas anfuhr, warum er die Tür nicht „ordentlich aufmachen“ könnte. Andreas entschuldigte sich nach allen Regeln der Kunst und trug unser Anliegen in einer Höflichkeit vor, die ich nur bewundern konnte. Der Zollchef wurde dadurch nicht besänftigt. Er war weiterhin kurz angebunden und abweisend, und schickte uns schließlich in aggressivem Ton aus seinem Büro, machte die Tür für uns – genauso heftig quietschend auf – und zeigte in den Flur, um uns hinauszuwerfen.

Die Ansage war – wie bei unseren schweizer Freunden: Eure Hilfsgüter sind Handelsware, sie könnten hier in Korczowa nicht zusammen mit den zu exportierenden Fahrzeugen abgefertigt werden, fahrt nach Budomierz. Andreas versuchte nochmal, die Grenzbeamte durch Öffnen der Kartons von ihrem Spendeninhalt zu überzeugen, aber ohne Erfolg.

Ad hoc fassten wir den Entschluss, möglichst wenige Fahrzeuge umkehren zu lassen, luden die Kartons an Ort und Stelle aus einem Fahrzeug noch um, damit dieses leere Fahrzeug zusammen mit zwei weiteren leeren Fahrzeugen die polnischen Grenzanlagen Richtung Ukraine verlassen konnte. Im Endeffekt mussten fünf Fahrzeuge zurück nach Polen – allerdings nicht ohne zuvor von den polnischen Grenzern vollständig erst eingebucht und dann wieder ausgebucht worden zu sein. Dieser Prozess dauerte mehr als zwei Stunden. Annette versuchte, zumindest bei den Fahrzeugen, deren Abfertigung noch nicht begonnen hatte, zu erreichen, dass sie „unbehelligt“ schlicht aus den Anlagen zurückfahren konnten, aber – anders als beim kleinen Konvoi in der Woche zuvor – sprach der Passkontrolleur nun weder Deutsch noch Englisch, sondern antwortete nur „Polnisch bitte, wir sind hier in Polen!“.

Michael hatte inzwischen Kontakt zu unserem Freund und Mechaniker Roman, der uns empfahl, es nochmal beim kleineren Grenzübergang Medyka zu versuchen, und als Plan B könnten wir die Hilfsgüter dort in der Nähe in einem Container zwischenlagern. Wir ließen uns darauf ein, obwohl wir durch das Umladen jetzt zumindest für die ukrainische Seite nicht die passende Zolldokumentation dabeihatten. Auch Michael musste bei der ukrainischen Abfertigung der als beladen angemeldeten, aber nun leeren Fahrzeuge etwas Aufwand in die Erklärung stecken.

Wir fuhren zu fünft durch die polnischen Grenzdörfer nach Medyka. Uns erwarteten dort zur Mittagszeit lange Warteschlangen. Andreas überzeugte die Wartenden, dass sie uns als humanitären Konvoi vorließen. Es gab noch eine kurze Abstimmung mit dem ersten Grenzer, die bei Annette schlechte Erinnerungen an die allererste Ukraine-Fahrt weckten. Damals hatten wir es mit unserem ersten Pickup gewagt, die Schlange der Wartenden zu wechseln, so dass ein polnischer Grenzbeamte mit gezogener Waffe auf uns zu rannte und uns anbrüllte, das sei verboten.

Der Rest der Grenzabfertigung an diesem kleinen, wohl bei Hilfsorganisationen inzwischen beliebten, Grenzübergang verlief dann problemlos, sowohl auf der polnischen Seite (es wurden schlicht keine tiefergehenden Fragen gestellt) als auch auf der ukrainischen Seite (superfreundlich, an Hilfsorganisationen gewöhnt, kein Problem mit dem Auseinanderfallen von tatsächlicher Beladung und ausgestellten ukrainischen Zoll-Papieren).

Die ersten sieben Fahrzeuge waren schon unterwegs in L’viv zur ersten Fahrzeugübergabe, die an dem geplanten Halt an einer Tankstelle stattfand. Die Empfänger, Vertreter einer Luftverteidigungseinheit, nahmen den VW-Bus und die Dokumentate entgegen. Er musste in der Verwaltung im Westen des Landes erst registriert werden, danach von einem Offizier in den Donbas mitgenommen werden. Währenddessen fuhr die zweite Konvoi-Hälfte dann mit fünfeinhalb Stunden Verspätung in die Ukraine ein. Die Gruppe testete die Südumfahrung um L’viv und fasste dann kurz hinter der Stadt den Entschluss zu versuchen, an dem Freitag noch bis Kyiv zu fahren. Nachdem wir noch an der Grenze wolkenbruchartigen Regen erfahren hatten, war das Wetter auf der verbleibenden Strecke gnädig.

Die Straßen selbst waren – im Vergleich zum Februar – jetzt in einem hervorragenden Zustand. Ganze Abschnitte, die wir im Winter schlaglochübersät langsam passieren mussten, waren jetzt instandgesetzt und neu asphaltiert. Alle Fahrzeuge kamen gut voran, und auch die Fahrer der fünf Fahrzeuge, die an der Grenze den Umweg eingelegt hatten, schafften es, wenige Minuten vor der Sperrstunde um 24:00 Uhr in Kyiv im Hotel einzuchecken.

Die Nacht war wider Erwarten ruhig, wir konnten sie in unseren Hotelbetten verbringen.

Samstag, 13. Juni 2026

Für den Vormittag hatten wir den Versand der Krankenhausmaterialien über das Logistik Unternehmen Nova Poshta, eine Fahrt zur Werkstatt und diverse Fahrzeugübergaben an die empfangenden Einheiten eingeplant. Einige hatten daher ein wirklich frühes und vor allem eiliges Frühstück, andere stießen später dazu. Am Hub – dem Arbeitsort unserer Partnerorganisationen Lawyers‘ Move und Ukraine’s Frontline Hospitals, gab es noch einige Umlade-Aufgaben, und dann fuhren wir gemeinsam die kurze Strecke zu dem weit angelegten Hof der Logistikniederlassung. Dort trafen wir Mariia und Anja von Ukraine’s Frontline Hospitals. Wir luden rasch alle Fahrzeuge aus, und Mariia und Anja sortierten die Kartons, Säcke und Geräte, indem sie parallel mit den Chirurgen, insbesondere in Kharkiv und Mykolaiv telefonierten, um den Bedarf zu klären.

Eine kleine Gruppe fuhr zusammen mit Ruslan zwei der entladenen Fahrzeuge, einen VW-Transporter und ein SUV, zur Werkstatt, in der sie zu Evakuierungsfahrzeugen umgebaut wurden. Die anderen fuhren mit den übrigen Fahrzeugen zurück zum Hub, wo in der Zwischenzeit bereits einige Empfänger eingetroffen waren. Einige warteten schon eine Weile, andere hatten es besonders eilig.

Wir versuchten, gemeinsam eine Priorisierung der dringenden Übergaben zu erreichen.

Zu unserer Freude trafen wir den ehemaligen SAP-Kollegen, dem wir direkt für seine Einheit den VW Amarok übergeben konnten. Er war gerührt, aber auch sehr sachlich gefasst. Manche Empfänger hatten Zeit, ein Übergabefoto zu machen, andere hatten die Übergabe als Grund genutzt, um sich in Kyiv mit ihrer Familie zu treffen. Die Familie des Empfängers, der den Toyota mit dem Campingaufbau erhielt, war extra 500km aus Odesa angereist, um ihren Vater / Mann / Bruder in Kyiv zu treffen.

Der Vorgesetzte der Psychologen-Einheit, Ihor, und seine Tochter Yuliia, hatten etwas Zeit mitgebracht.

Nadia von Lawyers‘ Move brach zusammen mit einer Gruppe von Mitfahrenden zu einer Führung durch die Sophien-Kathedrale und Teile der Kyiver Innenstadt auf.

Michael und Annette setzten sich mit Ihor und Yuliia zusammen. Ihor erzählte von seiner Arbeit in dem relativ neu gegründeten psychologischen Dienst der Streitkräfte. Die große und ständig steigende Anzahl der Menschen mit post-traumatischem Stresssyndrom (PTSD) erfordert eine breitere und spezialisierte Betreuung. Ihor berät nicht nur betroffene SoldatInnen sondern vor allem Offiziere, damit sie rechtzeitig Symptome erkennen und Behandlung empfehlen können. Dafür fährt er regelmäßig zu Truppenteilen, um sie beraten und ausbilden zu können. Dazu dient der SUV, den wir bringen konnten. Als ehemaliger Frontsoldat besitzt Ihor ein tiefes Verständnis der Dauerbelastung der Menschen, deren Leben und Gesundheit tagtäglich auf dem Spiel steht.  

Annette war danach etwas außerhalb von Kyiv bei der Familie des SAP-Kollegen zu Besuch, dessen drei Kinder kurz nach Beginn der Vollinvasion vier Monate in Annettes Familie lebten. Die beiden älteren Kinder haben inzwischen ihr internationales Abitur in der Tasche und bewerben sich jetzt auf englischsprachigen Studiengängen in Europa. Sie sind voller Mut, Wissbegier und Tatendrang.

Andreas, Roxana und Didi traten abends die Rückreise nach Deutschland an.

Nadia hatte für diejenigen, die blieben, ein Beisammensein in einer Craft Beer Bar organisiert. Auf den Straßen des Stadtteils Podil war in dieser Nacht alles auf den Beinen. Das Wetter war angenehm, die Nacht lau – die Menschen lassen sich nicht unterkriegen und genießen die Frühsommerabende zu zweit, in Gruppen, draußen, bis zur Sperrstunde.

Auch die zweite Nacht war wieder ruhig, und wir konnten etwas erholt in den Sonntag starten.

Sonntag, 14. Juli 2026

Am Sonntagmorgen hatten wir das Frühstück organisatorisch beschleunigt, um rechtzeitig mit den Kyiver SAP Kollegen den Ausflug zu beginnen. Wir fuhren nach Pyrohiv zum Ukrainischen Nationalmuseum für Volksarchitektur und Brauchtum. Dieses weitläufige Freilichtmuseum (wohl das größte Europas) liegt im Süden der Hauptstadt und zeigt aus den unterschiedlichen Regionen der Ukraine traditionelle Gebäude, wie Kirchen, Windmühlen und Wohnhäuser. Dieses weitläufige Freilichtmuseum liegt im Süden der Hauptstadt und zeigt aus den unterschiedlichen Regionen der Ukraine traditionelle Gebäude, wie Kirchen, Windmühlen und Wohnhäuser.

Wir erhielten eine sehr unterhaltsame englischsprachige Führung – bei der wir einige Herausforderungen meistern mussten.

Nachdem uns erklärt hatte, dass die ukrainischen Kinder früher in den Dörfern ab dem Kleinkindalter schon Aufgaben im Haushalt zu übernehmen hatten, durften wir uns selbst darin ausprobieren, mit einem langen Holzspatel ein Brot aus dem Ofen zu holen, oder auch zwei (allerdings nur halb gefüllte) Wassereimer einmal um die Gruppe herum zu tragen. Auch die Herausforderung, auf die von der Führerin (und unseren Kyiver SAP Kollegen) vorgetragenen ukrainischen Volkslieder jeweils mit deutschen Volksliedern zu antworten, meisterten wir erfolgreich. Beim Volkstanz, der früher unter den Jugendlichen der Dorfgemeinschaft durchaus eine Art Reifeprüfung darstellte, müssen wir allerdings noch etwas üben.

Nach einem ausführlichen Essen in einer Art Biergarten fuhren uns die SAP-Kollegen samt Gepäck zum Hauptbahnhof. Unser Zug verließ Kyiv pünktlich.

Rückreise

Unterwegs erfuhren wir, dass Russland in dieser Nacht einen der größten Angriffe unternahm, bei dem in Kyiv unter anderem Gebäude des Höhlenklosters zerstört wurden, das einige von uns am Samstag noch besichtigt hatten. Wenn man gerade in dieser lebendigen, bunten, lauten Stadt gewesen ist, treffen einen diese Nachrichten und die entsprechenden Bilder und Berichte in anderer Weise.

In Przemyśl gab es auf der polnischen Zollkontrolle großen Andrang. Wir wurden mit EU-Dokumenten priorisiert, während in der Schlange der Ukrainer Menschen mit Beinprothesen warten mussten. Lediglich Rollstuhlfahrende wurden vorgelassen.

Die Rückreise ab Polen erfolgte auf ganz unterschiedlichen Wegen: Mit dem Flugzeug ab Krakau nach Frankfurt oder Stuttgart, oder mit einem Nachtzug ab Przemyśl.

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